Kiana und Florian
unsere Kinder
Unsere Geburt im Geburtshaus

Geposted am Samstag 3 September 2011

Eigentlich hatten wir uns für eine Hausgeburt entschieden, aber das Team was Bereitschaft hatte, konnte nur im Geburtshaus arbeiten. Aber wir wussten ja, dass es so kommen kann und am Ende bereuen wir es auch überhaupt nicht! Hiermit möchte ich unsere Erfahrung mit einer Geburtshausgeburt weitergeben…

Auch wenn es sehr anstrengend war und ich manchmal dachte ich wäre am Ende, so war es doch eine wunderschöne Geburt, mit der super tollen Unterstützung von meinem Mann und unserer Hebamme. Es war was ganz anderes als die Geburt im Krankenhaus und ich bin dankbar und froh, dass wir diese Erfahrung machen konnten…

 

 

 

Mittwoch morgen – Blasensprung
Morgens bemerkte ich, dass anscheinend die Fruchtblase geplatzt war und rief dann so gegen 9 Uhr meinen Mann an und danach die Hebamme.

Vorfreude war schon mal da, weil man wusste, dass man den kleinen Zwerg nun bald in den Armen halten würde, aber noch war ich die Ruhe selbst…
Putze das Haus und verputzte noch einmal einen Pudding mit Zimt

Als mein Mann dann ankam, organisierte er in aller Ruhe, dass Kiana von meinen Schwiegereltern abgeholt werden konnte, die zu dem Zeitpunkt noch im Kindergarten war…Auch hier war alles ganz ruhig und ohne Hektik (ohne Wehen gab es ja auch gar keinen Grund dazu 😉 )

Als alles fertig und versorgt war, fuhren wir erst einmal ins Geburtshaus zur CTG Kontrolle, um zu schauen, was der Bauchzwerg machte.
Im Geburtshaus

Um 10.30 Uhr waren wir dann im Geburtshaus, dort erwartete uns dann auch schon unsere Hebamme und wir schrieben eine halbe Stunde CTG…Herztöne waren super, aber KEINE Wehen….
So bekamen wir dann ein paar Globulis mit, die ich ab 16 Uhr nehmen sollte um die Wehen in Gang zu bekommen….

So hieß es dann warten…Um 18.00 Uhr sollten wir dann nochmal ins Geburtshaus zur CTG Kontrolle…

Mir ging es so weit eigentlich wirklich gut, es ging zwar weiterhin Fruchtwasser ab, aber keinerlei Schmerzen oder so…
Aber je später es wurde, desto mehr machte man sich dann doch Gedanken, was ist, wenn keine Wehen kommen, was ist wenn wir doch wieder ins Krankenhaus müssen und eingeleitet werden muss?!

Nächster Termin zum CTG und ein schweres Unwetter – Geburtshaus unter Wasser..

Um 18.00 Uhr sollte eigentlich die nächste Kontrolle anstehen, doch kurz bevor wir los fahren wollten rief die Hebamme an und meinte dass es ein Problem gäbe..
Dort gab es ein schweres Unwetter, überall war die Feuerwehr zu gange wegen umgestürzter Bäume und abgedeckten Dächern. Noch dazu stand das Geburtshaus unter Wasser, so dass sie auch noch ohne Strom da standen.
Wäre es zu diesem Zeitpunkt los gegangen, hätten wir ins Krankenhaus fahren müssen und ich war echt fertig mit den Nerven…Also war nun hoffen angesagt, dass es noch nicht los geht…Langsam wurde ich dann doch nervös, weil ich einfach nicht wusste, wie es nun weiter gehen würde, ob es mit der Geburt im Geburtshaus klappen würde etc..

Unsere Hebamme meinte sie würde uns anrufen, sobald dort alles wieder einigermaßen läuft. Tja……..dann kam das Unwetter zu uns, zwar nicht so heftig wie dort, aber so, dass unser Telefon tot war…Echt super, also Hebamme angerufen und die Handynummer von Micha durchgegeben…

rund 2 Std später kam dann endlich der erlösende Anruf, dass wir uns auf den Weg machen könnten…Die Erleichterung konnte man mir regelrecht ansehen und so fuhren wir zur nächsten Kontrolle…

Auf dem Weg ins Geburtshaus konnte man das Ausmaß des Unwetters immer noch sehen, überall lagen am Straßenrand Äste, die von der Feuerwehr von der Straße geholt wurden…Eine doch schon gruselige Landschaft…

Noch einmal wurde dann ein CTG geschrieben und leider immer noch keine Wehen, dem kleinen ging es weiterhin gut. Ich war enttäuscht und fragte mich, ob sich da irgendwann nochmal was tun würde…Aus diesem Grund bekam ich von unserer Hebamme einen Wehencocktail mit und sie machte uns immer wieder Hoffnung, dass wir noch ein paar Möglichkeiten hätten, bevor man ins Krankenhaus müsste. Und das wir alles ausschöpfen würden.

So fuhren wir dann also wieder nach Hause. Dort angekommen trank ich dann meinen Cocktail und fing dann an mit Micha einen Film zu schauen.

Es geht los

Um ca. 23.15 Uhr machten sich dann die ersten Wehen bemerkbar, wir warteten also ab und riefen dann nochmal bei der Hebamme an. 4 Wehen später machten wir uns dann auf den Weg ins Geburthaus.
Mein Mann meinte dann noch, dass wir es mit 1 Wehe im Auto ins Geburtshaus schaffen würden…Tja,da hatte er aber nicht gewusst wie unser Weg ausschauen wird.

Zwischendurch gab es sogar mal eine etwas größere Wehenpause, so dass ich wieder umdrehen wollte…Zum Glück fuhr Micha unbeeindruckt weiter, weil kurz darauf, ging es dann auch schon weiter…

Wir konnten die halbe Strecke nur langsam fahren, aufgrund einer Sichtweite von unter 50 Metern…Fast am Ziel angekommen stand dann auf einmal ein Feuerwehrwagen im Weg und ich fing an meinen Mann anzumeckern, dass das jetzt gar nicht ginge und er das Feuerwehrauto aus dem Weg schaffen sollte….Gesagt, getan, mein Mann machte das Fenster runter und meinte nur, dass wir ins Geburtshaus müssten.

Relativ schnell hatte sich dann auch dieses Problem gelöst und als wir endlich angekommen waren, sah ich schon, wie unsere Hebamme den von uns ausgesuchten Geburtsraum vorbereitete…

War echt schön, es lief Musik, überall im Raum standen Kerzen und es duftete lecker….Endlich konnte ich auch so richtig entspannen…

Unsere Geburt im Geburtshaus

die Wehen wurden regelmäßiger, wobei sie immer noch recht kurz waren und die Abstände noch recht groß.
So konnte ich die Wehen noch gut verarbeiten und in den Wehenpausen so meine Scherze machen

Etwa 2 Std später kontrollierte die Hebamme dann mal den Muttermund…Gerade mal 1 cm, also waren wir zu diesem Zeitpunkt bei 3 cm…Ich war irgendwie enttäuscht, so hatte ich doch gehofft, dass wir schon weiter wären…

Wie bei Kiana auch spürte ich die Wehen über den Rücken, ich hatte das Gefühl Rücken und Becken reißen auseinander…

Die Wehen wurden dann immer heftiger, ständig brauchte ich eine neue Position um mit diesen zurecht zu kommen…Ich versuchte es in der Wanne, auf dem Bett, vor dem Bett und am Ende entschied ich mich dann doch dazu die ganze Zeit zu laufen….Im Gegensatz zu Kianas Geburt kamen mir die Wehen dieses Mal heftiger vor. Ich war am fluchen, im Gegensatz zu Kianas Geburt sogar richtig laut…Zwischendurch wollte ich dann einfach aufhören und meinte der bleibt jetzt da drinne Ich war am schwitzen, mir war einfach nur warm und ich hatte irgendwann das Gefühl ich schaffe das nicht…
In den kurzen Wehenpausen wollte ich einfach nur schlafen, ich war fertig von den Wehen, aber dann kam auch schon die nächste Wehe…Die Hebamme sprach mir hin und wieder gut zu, hielt sich aber wirklich zurück…Mein Mann war die ganze Zeit bei mir, hielt meine Hand, massierte meinen Rücken..

zwischendurch merkte ich auf einmal, wie mir richtig schlecht wurde und ich hing erst mal mit dem Kopf über der Schüssel (eine der unangenehmen Dinge während einer Geburt, wo ich bei Kiana damals gar keine Probleme hatte)

irgendwann gingen die Eröffnungswehen dann in die Presswehen über, die ich fast bis zum Ende im stehen verbrachte:Für mich war das die angenehmste Stellung, einfach zu stehen und mit zu arbeiten….Irgendwann als das Köpfchen schon gut sichtbar war, sollte ich mich vor das Bett knien…
Es dauerte eine Ewigkeit, weil der Kopf doch recht groß war, aber ich sammelte in jeder Pause noch einmal richtig viel Kraft, um bei der nächsten Wehe gut mitarbeiten zu können…

Dann endlich konnte ich spüren, wie wir es geschafft hatten.Ich sah wie er kam und wie die Hebamme ihn mir direkt nach vorne schob…Da lag er dann da, vor mir, so klein, nass und schrie…

In dem Moment gab es ein totales Gefühlschaos bei mir und ich war einfach total faziniert von dem kleinen Mann, den ich schon so lange kannte, aber nun zum ersten Mal sah.

Ich war total erschöpft, weiß´gar nicht mehr, wie ich auf das Bett gekommen war, weiß nur, dass ich dann mit meinem Mann und dem kleinen da lag.

Wir bekamen die Zeit die wir brauchten, die Nabelschnur ließ man auspulsieren und die Plazenta durfte in aller Ruhe nachkommen.

Leider war die Narbe von Kiana’s Geburt wieder aufgerissen, so dass wieder einmal genäht werden musste, aber dann ließ man uns erst einmal alleine und wir konnten uns in Ruhe kennenlernen…

Erst kurz bevor wir dann gingen gab es ein wirklich tolles Sektfrühstück und der kleine wurde für die U1 kurz übernommen…

Dann machten wir uns gemeinsam auf den Weg nach Hause…

Selina @ 20:32
Filed under: Florian Alter 0 - 1 Jahr

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